10-10-10
Das Datum ist zu viel. Zu gut! Heute hätte man irgend etwas Bedeutendes mit Datum machen müssen. Ich Dich heiraten zum Beispiel. – Ob daraus noch was wird in diesem Leben? – Schwierige, sehr schwierige Phase. – Was ist denn da passiert gestern? Und wie komme ich da wieder raus? Am besten mit Dir zusammen, lebend. – Noch keine Ahnung, wie. – Du bist eben auch ein – v*********, wollte ich schreiben, lasse es aber offiziell weg – Du bist aber auch ein Feigling! Oder ist der Druck so schlimm, der auf Dich ausgeübt wird? – Jedenfalls, ich glaube nicht, dass das gestern passiert wäre, wenn Du Dich nicht so abrupt zurückgezogen hättest ab Freitagabend, um Deinen Pflichten nachzukommen beim Professor. – Du bist das Problem, nicht er. Deine Feigheit ist das Problem, nicht, dass er ein Langweiler ist. – Du hast ihn gewählt. Du bist feige!
Hey, jetzt bin ich aber überrascht über mich. Also war es doch nicht ein über eine falsch gestellte Weiche gefahrener Gedankenzug, sondern meine nur mühsam unterdrückte Wut über Deinen feigen Rückzug, die Alain Delon mit dem schönen Mördergesicht auf Deine Spur gebracht hat. – Du wirst es überleben. Es ist ja nur ein Traum. Ein Text. – Aber Dein Bild, Tess, Dein schönes Bild, Deine Kostbarkeit, das ist alles in großer Gefahr! Und Du hast Dich selbst in diese Gefahr gebracht. Du feige kleine Frau eines Langweilers! Bist Du das? Willst Du das sein?
Huh! Jetzt bin ich ganz atemlos. – Es musste raus. Es ist gesagt. Und es ist trotzdem nicht wieder gut. Denn jetzt muss ich Dich retten. – Natürlich werde ich Dich retten. – Heute wird es noch nicht gelingen. Und ich habe noch keine Ahnung, wie ich es anstellen werde. Aber ich werde es schon schaffen. Vertrau mir.
Es ist schwer. Habe ich mich mal wieder verpeilt. Aus Wut, unterdrückter Wut über Dich? – Oder werden wir was lernen können auf dem Weg, auf dem ich gerade schreibe. – Ich hasse es eigentlich, wenn ich mich festlege, was ich am folgenden Tag schreiben werde. – Morgen also der ominöse Gedankenzug. – Wobei ich eigentlich schon weiß, wohin er fährt. – Halte Dich weiterhin von den Zugtüren fern. – Und wenn es mir zu dumm wird, heißt, wenn ich feststelle, dass ich mich zu sehr verpeilt habe, dann werde ich im Post von morgen dokumentieren, was ich Dir vorhin geschrieben habe. Das passt dann perfekt zusammen mit dem Text von Rivale 2, der so etwas von langweilig ist, dass ich mich selbst gelangweilt habe, als ich ihn heute Vormittag fertig geschrieben habe. Das liegt aber nur zum Teil an dem Mann, dem Du verpflichtet bist. Es liegt auch an mir. Denn ich habe die Lust verloren an dem Thema. Das soll mich aber nicht abhalten, es zu Ende zu bringen. Es wird also noch Rivale 3 und Rivale 4 geben. Denn wie ich gemerkt habe, ist das auch eine Möglichkeit, unsere Geschichte zu erzählen – oder einen Teil unserer Geschichte. – Letzten Endes geht es also gar nicht um den Professor, sondern wie immer nur um Dich, Dich, Dich und mich, mich, mich. – Wie lange noch? – Ich bin wirklich mal gespannt, wie ich fühlen werde, wenn meine Wut vorbei ist. - Dauert ja bekanntlich maximal zwei Tage bei mir. Und da heute schon der zweite Tag ist … . – Mein Wunsch ist eigentlich, dass ich dann die Schnauze voll habe von Dir. Aber so wird es wahrscheinlich nicht kommen. – Wobei: Es geht ja gar nicht um Dich. Es geht immer nur um mein Bild von Dir. – Von Dir weiß ich ja gar nichts. Dich habe ich noch gar nicht kennengelernt. Deshalb musst Du Dir auch, wenn Dir etwas an mir gelegen sein sollte, überhaupt keine Sorgen machen. Wenn jemand aus dem Zug gestoßen wird, bist es nicht Du, sondern ist es das Bild von Dir, das ich mir gemacht habe. Und ist das zerstört, dann bleibt uns immer noch die Wirklichkeit.
Schlaf gut, Tess.
Der Post von heute ist einer der schlechtesten Texte, die ich je geschrieben habe. Aber das mit den Eisbären ist schön, findest Du nicht auch?
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