Dienstag, 19. Oktober 2010

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Für Dich, Contessa 42
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Sunday, April 4, 2010 at 8:38pm | Edit Note | Delete
Noch von gestern Abend:
Mich leer schreiben. Um neu anzufangen. Oder aufzuhören. Oder eine Pause zu machen und dann neu anzufangen.
Drei Eindrücke:
...
Heute: Wozu die Eindrücke? – Um mich rüber zu schreiben in eine andere Art von Text? – Im Moment keine Lust dazu. Deshalb nur kurz:
Dienstag, 15. September 2009. Dein Geschrei (höhnisch: "Yeah, I had my fun!"), Türschlagen. Gleich darauf sehe ich den Nachbar im Wohnzimmer mit einer feixenden Frau, der er mit langem Arm über den Tisch hinweg Wein einschenkt. Die tückische Putze, die Dich da zum ersten Mal verraten hat? - Pointe: Jetzt erst, da es zwischen Euch kracht, kapiere ich, dass ihr ein Paar seid/wart. Und jetzt erst rastet es bei mir ein, dass Du womöglich die Frau bist, mit der der Nachbar an einem Jahre zurück liegenden Samstagmorgen auf dem Dach gesessen hat. - Gerissenheit meiner Verblendung. Bei "Huschbewegung mit Blumentopf an einem Hochsommerabend" hätte ich es eigentlich schon ahnen können.
Abend der schönen Büglerin. Streitszene im Contessa-Zimmer. Der Nachbar schleppt ein Fernsehgerät an. Will Dir offenbar Deinen Fernseher hinterher tragen. In polemischer Absicht? Was will er Dir damit sagen? Oder will er mir damit etwas sagen? – Implantat einer Vorstellung. Dass Du eine Fernsehmaus bist. Prompt denke ich vorletzten Samstag, sie ist deshalb nicht raus gekommen, weil sie Wetten, dass .. ? oder DSDS anguckt. Wahrscheinlich DSDS. Na und? (*)
Komische Serialität: Ein anderer Samstagabend. Ich klappe mein Laptop zu und gehe ins hintere Zimmer, um mein Telefon zu holen. Abrupter Entschluss, Dich jetzt anzurufen. Da sehe ich den Nachbar in Eurem Wohnzimmer stehen. Berserkerhaft aufgerichtet. Zu mir rüber blickend zeigt er mir: Ich bin da. Untersteh Dich! – Rätsel: Woher wusste der Nachbar, dass ich Dich anrufen wollte?
Nach dem Aufwachen heute an die Note an Dich von gestern Abend gedacht, den wurmartig sich windenden, verquälten Text. Impuls, ihn später zu löschen. – Was für ein Quatsch! – Mein Gefühl von gestern Abend löschen? – Weil ich mich schäme dafür? Vor Dir? Vor mir? – Kann doch nicht sein.
Sich selbst lieben sollen, damit man andere lieben kann? – Sex mit sich selbst. Das geht und ist allemal besser als die verbreitete Heuchelei zugibt. Aber sich selbst lieben? Ich meine, lieben – geben ist beglückender als nehmen ... . - Unfug. Verirrung in einer Metapher. – Seine Gefühle zulassen, sie aushalten, annehmen, mit ihnen umgehen und sie zu einer Quelle seiner selbst machen, damit ist schon viel und das Beste getan. – Konstruktionsfehler des narzisstischen Charakters: Der schöpft nicht aus der Quelle, der betrachtet sich darin. Aber der liebt sich auch nicht selbst. Der hat eine Affäre mit dem Idealbild von sich. Eine Affäre mit seinem Über-Ich? – Mein Psychologisieren: So wie andere Leute Briefmarken sammeln oder Schmetterlinge oder Käfer.
Nebenwirkung davon, dass unsere Gemeinsamkeit aufgehört hat: Ich lese seit langer Zeit mal wieder ein Buch. Susan Sontag, Reborn. Early Diaries 1947-63. Habe Dir was raus geschrieben, das ich auch gleich noch poste, für Jenni:
12/31/57
“ … in Harriet´s journal about me – that curt, unfair, uncharitable assessment of me which concludes by her saying that she really doesn´t like me but my passion for her is acceptable and opportune. God knows it hurts, and I feel indignant and humiliated. We rarely do know what people think of us (or, rather, think they think of us) … Do I feel guilty about reading what was not intended for my eyes? No. One of the main (social) functions of a journal or diary is precisely to be read furtively by other people, the people (like parents + lovers) about whom one has been cruelly honest only in the journal. Will Harriet ever read this?”
1/12/58
“ … Harriet is beautiful, relaxed, affectionate. I – dizzy with passion and need for her, and happy … good god, I am happy! I suppose, with my sore heart + unused body it doesn´t take much to make me happy. Yet that´s not all, and I do both her and myself an injustice to say that. It´s she, it´s she, it´s she.”
Das noch von heute Morgen:
Einem schönen Tier beim Sterben zuschauen. Wer will das?
Prompte Antwort, Erinnerung an die Standardlakonie einer Freundin der Nacht (barfly):
„Och, wenn´s gut gemacht ist.“
(*) Für Dich, Contessa, würde ich sogar wieder fernsehen.
Facebook verliert allmählich die Geduld mit meinen einsamen Notes Only me. Sie bieten mir massiv an, mir Freunde zu verschaffen. Sie wissen nichts von Dir und den Mitlesern. Deshalb stelle ich das als Friedensangebot an Facebook auf Only Friends ein.
(19-10-10: Die feixende Frau, der "mit langem Arm" Wein eingeschenkt wurde, kann nach den Erkenntnissen des Sommers nur die Ex-oder-Noch-Frau des Professors gewesen sein, der ich den fiktiven Namen Andrea Mulder gegeben habe und deren wirklicher Name im Text An Tess 3 mit Xxxxxxxxx Xxxx wiedergegeben wird.) 

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