Montag, 11. Oktober 2010

An Tess 1

8-10-10
Tess! Du scheinst nicht da zu sein. Dabei gibt es soviel zu „besprechen“. – Was mache ich? – Warte darauf, bis ich ein Zeichen von Dir sehe?

Nur das: Das Arrangement am Fenster gestern über Tag war spektakulär und ich habe es nicht verstanden. Umso überraschender, als ich gestern Nacht nach Hause kam die Begrüßung durch Dein Licht und die offenen Vorhänge. Freude darüber. Auch heute Morgen Freude, als ich Dich huschen sah. Als das subtile Zeichen mal für kurze Zeit auf Alles gut stand. Das hat es lange nicht mehr gegeben. – Hast Du Dir gewünscht, dass ich Dir schreibe heute Morgen? – Ging nicht, Tess. War zu sehr mit mir selbst beschäftigt. War fast panisch, weil ich so weit weg war vom Schreiben nach dem Abend gestern mit den ganz anderen Eindrücken. So besonders waren sie auch nicht. Siehe Post von heute. Aber ich war eben raus aus meiner Spur und musste mich erst wieder finden. Das ist mir gelungen, nur geschrieben habe ich Dir nicht heute Morgen. Und gedacht hinterher, hätte es tun sollen. Doch viel besser wäre, wenn wir uns weiter bewegen würden endlich und unsere Kommunikation nicht mehr so merkwürdig wäre und verhuscht. Wenn wir wenigstens reden könnten.

Michael, der den Blog nicht liest, aber trotzdem neugierig ist, hat gefragt nach Dir. Was es mit Dir auf sich hat. Ich habe ihm ein bisschen erzählt. Unwillig. Denn warum liest er nicht den Blog, wenn er neugierig ist. Während ich ihm erzählt habe, ist mir aufgefallen: Wir „kennen“ uns seit zwei Jahren. Im November wird es zwei Jahre her sein, dass ich Dich zum ersten Mal bemerkt habe auf der Schnellschwimmerbahn des Hallenbads: diese Gestalt mit der blauen Badekappe und dem dunkelroten Top und den schwarzen kurzen Hosen, die so anmutig schwimmt mit erhobenem Kopf. Was für eine zauberhafte Lesbe! habe ich gedacht. Denn dafür habe ich Dich gehalten. Zu elfenhaft. Zu sehr Frau. Zu sehr für sich. Zu kostbar sich fühlend für einen Mann. Und von da an habe ich nach Dir geguckt und mich gefreut, wenn ich Dich gesehen habe, und Dich interessant gefunden und liebreizend, aber nicht mehr.  Bis … - den Rest der Geschichte kennst Du. Und wenn sie doch jetzt endlich mal weiter gehen würde und sei es nur einen ganz kleinen Schritt – zum Reden miteinander. – Mach mich glücklich! Rede mit mir. Bald.

Ich habe viel zu tun jetzt gleich. Bin erst spät zum Schreiben gekommen. Und es ist mal wieder viel.

Wie hat Dir Traumdeutung gefallen? – Die Deutung, die ich dem Traum gegeben habe, ich würde sie nennen die dynamische Deutung. Es gibt auch noch eine psychoanalytische. Wenn auch noch keine vollständige. Das mit dem Koks verstehe ich nicht.

Muss jetzt gleich mal Anneli kurz schreiben. Für die muss das ja ein Schock gewesen sein,  den Text zu lesen, wenn sie ihn heute gelesen hat. Sie ist eine treue Leserin des Blogs. - Mehr, wenn ich Licht bei Dir sehe, und wenn ich mit dem Post durch bin.

Und noch mal: Wenn doch die Fragen, die ich Dir immer wieder stelle, von Dir beantwortet werden würden endlich. – Was war das gestern für ein Zeichen mit der ausgehängten Vorhangschiene? - Spontan habe ich gemeint: Es heißt cut. Vergiss es, ich will nichts mehr wissen. Aber dann habe ich gedacht, nein, das kann nicht sein. – Und so war es auch nicht. Aber was hieß es dann, rätselhafte, kostbare Frau? Sprich!  

Du bist nicht da. Oder mal wieder rätselhaft und Dir zu kostbar für mich. 

Wenn Du da bist:
Schlaf gut, Tess 

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