Dienstag, 19. Oktober 2010

Facebook 4

Für Dich, Contessa 6
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Friday, February 26, 2010 at 10:24pm | Edit Note | Delete
Wollte gerade anfangen, Dir lang und breit zu erzählen, wie das ist, wenn ich Dir schreibe, und wie dann so ein Drama wie gestern zustande kommt und dieser Schlusssatz: "Und wenn es das war, Lebewohl!" - Den Satz habe ich gerade aus dem Text von gestern gelöscht, weil er ein Blödsinn ist. Wir hatten das neulich schon mal: Ich will anscheinend leiden zur Zeit.
Mehr habe ich gerade nicht zu sagen, als dass ich diesen Schlusssatz gestrichen habe. Was natürlich nicht angeht bei der Festbeleuchtung, die Du heute eingeschaltet hast. - Ich darf nicht immer alles auf mich beziehen. Oder soll ich es in dem Fall doch tun?
Was erzählen von mir? Von meiner Abhängigkeit von der "Mimik" der Wohnung gegenüber kommen auf die Wohnung gegenüber, wie ich sie wahrgenommen habe, bevor ich Dich dort gesehen habe? Ist sie es, ist sie es nicht? Gibt es das? Ist s i e das?! - Im Juni oder Anfang Juli letzten Jahres muss das gewesen sein. - Und wie mir dann irgendwann klar wurde, dass ich Dich zuvor da schon gesehen haben muss. Am Rande wahrgenommen, wie ich die ganze Wohnung nur am Rande wahrnahm. Ich bin zwar ein Voyeur, meine, ein neugieriger leidenschaftlicher Zuschauer, aber niemand, der in andere Wohnungen gafft - aus dem einfachen einleuchtenden Grund, weil es dort nichts Interessantes zu sehen gibt. Aber das hat sich ja nun geändert, wenn es um die gegenüberliegende Dachwohnung geht. Also soll ich Dir davon erzählen oder soll ich Dich in einen Dialog locken? - Nicht so ungeschickt wie neulich. Sondern zum Beispiel, indem ich Mutmaßungen über Dich anstelle und Dich provoziere zu widersprechen?
Wie schön, wenn Du jetzt antworten würdest: Nee, das mit der Wohnung, das hebe Dir mal für später auf, was Du da gesehen hast. Mach mal lieber los mit Deinen Mutmaßungen. Oder so. - Langweiliger Exkurs: Wenn ich nur wüsste, ob Du reinschreiben kannst. Würde zu gerne mal meinen bestimmt kompetenten Etagennachbarn fragen, wie er darüber denkt. Betreiber von lucanette. Der kennt sich vielleicht aus damit. Ende des langweiligen Diskurses: Wenn Du willst, wenn Du den Zeitpunkt für gekommen hältst, tust Du es. Oder, weil es nicht geht, legst Du Dir ein Alias zu (Avatar sozusagen), mit dem Du über Facebook friend von mir wirst, und dann können wir sogar chatten. Gibt genug solche Alias-Personen bei Facebook. Annette Hilf. Julia Denk. Und als Foto R2D2 oder Bambi. Nur, Dein Geburtsdatum, da wäre mein Wunsch, dass Du Dein tatsächliches nimmst. Nicht wegen Astrologie (leider gebe ich da was drauf, halte mich aber nicht daran, alleine schon deshalb, weil es mir peinlich vor mir selbst ist, etwas darauf zu geben), sondern weil ich da eine Mutmaßung habe, von der ich zu gerne wüsste, ob sie zutrifft.. - Mutmaßung: Du hast Geburtstag am 20. August. - Stimmt? - Sag mir ja oder nein. Und ich sage Dir, wie ich darauf komme. - Lasse den Cursor blinken für Dich.
Hier: Also gut. Nicht. ... - Dann vielleicht die Alias-Variante. Oder noch besser: Du weißt schon. - Mensch, seit einem Jahr sehen wir uns und haben uns immer noch nicht miteinander bekannt gemacht. Oder eben auf eine andere Art. Die ist für Dich sehr ergiebig, Glückskind, was weißt Du nicht alles von mir inzwischen. Ich meine nicht an öden Fakten, sondern wie ich bin. Während ich von Dir nur diesen Schemen habe. Gestalt im Schatten. Einerseits schon Eindrücke habe von Deiner Person. Aber "weiß" rein gar nichts.
Eindrücke. Eindrücke von Dir, "bevor ich Dich gekannt habe"? - Eindrücke von Dir aus der Wohnung gegenüber "vor unserer Zeit"? - Es sind im Grunde genommen nur drei. - Weiß jetzt wirklich nicht, ob ich damit anfangen soll. Würde lieber auf eine andere Art Gemeinsamkeit herstellen als mit Erzählen von Dir. - Aber da Du keine Einwände erhebst und ich vielleicht doch die Kurve kriege zu einer anderen Art von Gemeinsamkeit, mache ich mal los. Obwohl es schon auch heikel ist und mir nicht klar, ob ich da etwas berühre, von dem ich mich besser fernhalten sollte. (Mache kurz eine Pause und überlege es mir.) Ich berühre es nicht. Vielleicht ein anderes Mal, wenn es mir nicht heikel erscheint.
Ich benenne nur mal die drei Eindrücke - um Dich damit in den Dialog zu locken. Erster Eindruck: Ach, der Nachbar hat eine Frau gefunden. Wie schön! - Zweiter Eindruck: Der Nachbar sitzt mit seiner neuen Frau am Samstagmorgen auf dem Dach (was er gerne tut) und als ich auf meinen kleinen Balkon trete (Loggia), blicken die beiden zu mir rüber und er redet offenbar über mich. Hoffe, es ist etwas Freundliches. Ich ahne, was er ihr erzählt. Ich empfinde es nicht als unfreundlich. - Dritter Eindruck, jetzt doch ausführlicher: Mir ist vorher schon aufgefallen, dass der Nachbar am gleichen Tag Geburtstag hat wie ich (stimmt´s?). Wie komme ich darauf? - Ein Gladiolenstrauß im Fenster (auf den Fotos von meinen Kindergeburtstagen immer ein Strauß Gladiolen aus dem Garten meiner Großmutter; keine so tollen Blumen, Sommer wird Spätsommer, aber eben Geburtstagsblumen). Gladiolenstrauß im Fenster und abends dieses, ich nenne es mal, Partylicht, und dann das Zimmer voller Gäste. Geburtstagsparty. - Und wieso kriege ich das mit, obwohl ich angeblich nicht in andere Wohnungen gucke? Weil - siehe vorgestern, glaube ich - mein Router in dem Zimmer gegenüber vom gegenüberliegenden Wohnzimmer steht und der Port mit Ab für mein schnurloses Telefon. Wenn ich mich am einen oder am anderen zu schaffen mache, müßte ich krampfhaft die Augen niederschlagen, um nicht auf die andere Seite zu blicken. - Zwei, drei Jahre vergehen. Wenn ich an meinem Geburtstag meinen Router einschalte, weiß ich schon, da ist wieder der Geburtstags-Gladiolenstrauß. Ich hab keinen, aber da drüben ist ja einer. Witzig irgendwie. Schön irgendwie.
Wenn ich jetzt Dein Gesicht sehen könnte, wüsste ich, ob ich weiter erzählen soll. Davon. wie das war, als der Nachbar zum ersten Mal Geburtstag mit der neuen Frau gefeiert hat. Da habe ich es nicht beim Eindruck im Vorübergehen belassen. Da habe ich gegafft. Weil, was ich gesehen habe, hat mich beeindruckt und danach noch beschäftigt. - Warst Du die Frau? - Das musst Du beantworten. - Was habe ich gesehen (nichts Sensationelles)? Weshalb hat es mich beschäftigt? - Das erzähle ich Dir, wenn Du mir sagst, dass ich es Dir erzählen soll. HA! - Ich krieg Dich noch in den Dialog.
Ein anderer Eindruck von dem Haus gegenüber: Wie das Paar in der Wohnung unter euch wohl gerade sein erstes Kind hatte, und deshalb an Silvester alleine war (mit Kind, aber keine Gäste). Ich stand auf meiner sogenannten Loggia um 12 Uhr, um dem Feuerwerk zuzusehen, und habe beobachtet, wie die beiden sich um 12 geküsst haben, und dann haben sie getanzt miteinander, so formvollendet, auf die Gesellschaftstanzart. Seither habe ich große Sympathie für die beiden, ohne sonst irgendwas von ihnen zu wissen, und sähe ich sie auf der Straße, würde ich sie nicht erkennen.
Wenn Du mitlesen solltest, während ich schreibe, wundere Dich nicht über meine Korrekturen. Ich lerne gerade von alter auf neue Rechtschreibung um. "Schlusssatz" - drei "s", manchmal tut es schon weh.
Kein Drama, keine Gefühlsausbrüche heute. Mir hat es gefallen. Erholsam nach den letzten Abenden. Trotzdem, es fehlt noch was. - DU fehlst. Deine Worte. Dein Ton. Deine Art. - Du siehst, ich kann nicht genug kriegen. Soviel von dem ersehnten Licht heute. Und dann gerade mal was von "Festbeleuchtung" gemurmelt und schon will er auch noch Worte, Ton, Art, am liebsten alles von Dir. Ja, so bin ich.
Gute Nacht, Contessa. Vielleicht morgen oder übermorgen oder ... bald.

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